Christliche Werte in der Wirtschaft – eine „wertvolle“ Liaison

Gewinnmaximierung und Ausbeutung – für viele steht Wirtschaften vor allem vor dem Hintergrund dieser beiden Schlagworte. Gerne wird noch gegen „den Kapitalismus“ gewettert oder die „soziale Marktwirtschaft“ angegriffen. Aber nicht wirtschaftliche Prinzipien sind für negative Folgen wirtschaftlichen Handelns verantwortlich, sondern immer noch und einzig allein der Mensch.

Unser Herz darf nicht am Mammon hängen

Die Menschen glauben, der Wirtschaft stecke etwas inne, das automatisch zur Ausbeutung und Ausnutzung der Schwachen führe. Aber wie ein Hammer an sich noch keine Waffe ist oder ein Stift noch keine Unwahrheit, ist auch das Wirtschaftssystem, wie wir es hierzulande kennen, nicht das personifizierte Böse. Allerdings stimmt es, dass hinter wirtschaftlichen Kennziffern der Mensch als zu versorgender und zu beschäftigender Teil der Wirtschaft leider nur zu oft vergessen, übersehen oder gar missachtet wird. Vergessen wird aber auch die Freiheit der Wirtschaftsakteure, die wirtschaftlichen Ziele selbst zu wählen: Gewinnmaximierung um jeden Preis ist genauso wenig in Stein gemeißelt, wie das Ziel eines Individuums, so reich wie möglich zu werden.

Moral und Ethik als Antwort auf Gewinnsucht und Profitgier

Das gesellschaftliche Leben ist dem Wirtschaftsleben einen Schritt voraus: dem Streben nach persönlicher Entfaltung mit all seinen möglichen Schrecken haben Moral und Ethik zum Wohle möglichst vieler Menschen einen Riegel vorgeschoben. Das Resultat ist das Gesetz, das nicht zuletzt als Grundgesetz Ausdruck unserer Wertevorstellungen ist. Die Wirtschaft ist hingegen noch in den Nachwehen der industriellen Revolution befindlich und muss sich erst daran gewöhnen, dass das wichtigste Kapital nicht im Geld liegt, sondern im Menschen. Geld kann weder ausgenutzt werden noch unglücklich sein, weder verheizt noch gedemütigt. Dennoch werden die Rechte der Mitarbeiter hauptsächlich durch Gewerkschaften durchgesetzt und nicht initiativ von Arbeitgebern. Auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen, bedarf es statt blanker und willkürlicher Rechenzahlen offen und freimütig formulierte moralische und ethische Regeln.

Zufriedenheit für alle – trotz Geld

Christliche Werte spielen, seit wir denken können, eine grundlegende Rolle für unser Sozialleben und eignen sich ebenso als Ausweg aus dem wirtschaftlichen Haifischbecken. Diese Idee ist überhaupt nicht neu und fand ihren Ausdruck bereits 1902 in dem Verein „Christen in der Wirtschaft“. „Unser Herz darf nicht am Mammon hängen, darf nicht vor seinem Verlust zittern“, heißt es daher im Bericht zur ersten Konferenz. Stattdessen sollen „Tüchtigkeit, Treue, Gerechtigkeit, Fürsorge“ den Christenmenschen beim Wirtschaften leiten – zum Wohl von Unternehmen, Mitarbeitern und dem Kaufmann selbst.

Unser tägliches Brot gib´ uns heute…

Nicht Reichtum sei das Ziel, sondern das tägliche Brot, sowohl für den Unternehmer wie auch den Untergebenen. Gottes Segen und Fürsorge allein reichen dem Wirtschaftsmenschen. Im Glanze seiner Obhut findet sich ein Weg, der Unternehmer wie Arbeiter zufrieden stellt. Fern jeder Ausbeutung und Übervorteilung. Der Verein drückte das bereits vor über 100 Jahren so aus: „Es darf nicht dahin kommen, dass uns das Geschäft hat, sondern wir müssen das Geschäft haben.“

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