Das Tor zum Paradies steht in Berlin

Zum Reformjubiläum würdigt Berlin mit einer stadtweiten Aktion viele Plätze, die ihren Charme durch die Menschen erhalten, die sie auf spezielle Weise nutzen. Unter dem Motto „Das Paradies ist überall“ wurden über 70 Tore als Eingang zu ganz alltäglichen Paradiesen aufgestellt.

Über 70 „Tore zum Paradies“ finden sich über die Hauptstadt verteilt. Sie weisen auf ganz alltägliche kleine Paradiese hin. Berlin feiert das Reformjubiläum mit der Aktion „Das Paradies ist überall“.

Wer in diesen Tagen durch Berlin streift, der wird immer wieder auf Objekte in Gestalt eines Tores treffen. Was es damit auf sich hat, erfährt man, wenn man auf die Umgebungskarten an diesen Objekten schaut. Hier werden kleine Verständnis-Hilfen angeboten: Unter der Überschrift „Wussten Sie schon…“ wird Wissenswertes zu den Wirkungen der Reformation auf unseren heutigen Alltag beschrieben. Durchschreitet man eines der Tore, so kann es durchaus ein kleines „Tor zum Paradies“ sein. Man muss nur etwas genauer hinsehen.

Die Tore entstanden als stadtweites Gemeinschaftsprojekt zum Reformationsjubiläum. Von Ostern bis Pfingsten 2017 werden die Besucher auf ganz alltägliche Paradise und Berliner Sehnsuchtsorte hingewiesen. Das kann das Studentenparadies sein, ein Vergnügungsparadies, ein Marktparadies oder eine gepflegte Parkanlage – gemeinsam haben sie, dass es sich um Orte handelt, die ihren Charme durch jene Menschen erhalten, die sie auf ihre ganz spezielle Weise nutzen.

Vielfältiges Rahmenprogramm unterstützt „Das Paradies ist überall“

Der interessierte Besucher erfährt auch einiges über das Paradies, zum Beispiel, welche Vorstellungen in den einzelnen Religionen darüber bestehen. An der Aktion beteiligen sich etablierte Kultureinrichtungen und private Initiativen mit kleinen Ausstellungen und Präsentationen. Den Abschluss bildet das Pop-Oratorium „Luther“ mit über 2000 Mitwirkenden in der Mercedes-Benz-Arena.

Berlin ist im eigentlichen Sinne kein Ort der Reformation. Unter den 75 offiziellen europäischen „Reformationsstädten“, von denen sich 36 in Deutschland befinden, sucht man die Hauptstadt vergeblich. Luther selbst war nie in Berlin, dafür aber der Ablasshändler Johann Tetzel. Immerhin gab dessen Wirken den Anstoß für das Verfassen der 95 Thesen. Und die Aktion „Das Paradies ist überall“ bezieht ihren Charme ohnehin aus der Gegenwart – und würde bestimmt auch Martin Luther gefallen.