Der Maler der Reformation – Lucas Cranach der Ältere

Bereits jetzt gilt die Wartburg als evangelischer Wallfahrtsort – mit mehr als 35 Millionen Besucher in den letzten hundert Jahren. Martin Luther verbrachte dort 300 Tage inkognito und verhalf somit der kurfürstlichen Burg zu seiner enormen Popularität!

Nur wenige wissen, dass auf die Bekanntheit Luthers selbst ein ganz bestimmter Mann großen Einfluss hatte: Der Maler Lucas Cranach der Ältere.

Sein genaues Geburtsdatum ist urkundlich nicht belegt, wird aber vorsichtig um das Jahr 1472 vermutet. Doch viel wichtiger als sein genaues Geburtsjahr ist die Bedeutung Lucas Cranach des Älteren als einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der Renaissance und vor allem der Reformation. So porträtierte er nicht nur seine Dienstherren wie Friedrich den Weisen, sondern auch wichtige Reformatoren wie Martin Luther und Philipp Melanchthon. In seiner Werkstatt fertigte er angeblich während seiner Wirkungszeit rund 5000 Gemälde an. Sein Sohn, Lucas Cranach der Jüngere, führte sein Werk fort und war ebenfalls als Maler angesehen.

Lucas Cranach und Martin Luther

Die beiden waren nicht nur Geschäftspartner, sondern auch vertraute Freunde. Die Freundschaft ging sogar so weit, dass Cranach zusammen mit seiner Ehefrau Trauzeuge bei Luthers Heirat mit Katharina von Bora war und Taufpate von deren ältestem Sohn Johannes wurde. Diese enge Verbindung schlug sich auch in Cranachs Werken nieder, und so wirkte er als Grafiker und Illustrator in den reformatorischen Schriften und nahm somit landesweit an den intellektuellen Veränderungen teil.

Die Lutherdekade – Ausstellung zum Lutherjahr 2017

In insgesamt 10 Themenjahren wird gemeinschaftlich von Kirche und weltlicher Obrigkeit die Zeit bis zum Reformationsjubiläum 2017 gestaltet. 2015 würde Lucas Cranach der Jüngere seinen 500. Geburtstag feiern – in diesem Jahr steht daher die Kunst der Reformation im Mittelpunkt. Es werden sieben unterschiedliche Werke ausgestellt, die Martin Luther darstellen und damals eine eine werbende wie dokumentarische Funktion hatten.

Die Wartburg und Luther

Als „Junker Jörg“ verkleidet verbrachte Luther 1521 ganze 300 Tage auf der Wartburg. Um sein Leben, welches durch den päpstlichen Bann und das bevorstehende „Wormser Edikt“ gefährdet war, zu schützen, täuschte man einen Raubüberfall zwischen Möhren und Eisenach vor. Auf der thüringischen Wartburg konnte er in Sicherheit ausharren. So machte Luther die Wartburg zu einer der bekanntesten Deutschlands. Laut CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sei die Wartburg bei Eisenach neben Berlin und der Lutherstadt Wittenberg einer der eindrücklichsten Orte, wo sich die Geschichte der Reformation abgespielt hat.

Bildquelle: Karl-Heinz Laube / pixelio.de (551671)