Der Vatikan und die Physik der Sterne

Astronomen des Papstes stellen ein Buch vor, in dem der Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Wissenschaft nachgegangen wird. Dabei kommen sie mit überraschend viel Humor und einem Augenzwinkern Gott und dem Universum ein klein wenig näher.

Astronomen des Papstes stellen ein Buch vor – und überraschen mit viel Humor

Die unendlichen Weiten des Weltalls – seit mehr als 500 Jahren stehen Astronomen des Papstes bei der Erforschung des sichtbaren Himmels in engem Kontakt mit der Wissenschaft. Die päpstliche Präsenz am Sternenfirmament begann im Pontifikat Gregors XIII. (1572–1585). Damals hatte der Pontifex Maximus im Apostolischen Palast des Vatikans hierfür den „Torre dei Venti“, den „Turm der Winde“ errichten lassen. Hier wurden die wissenschaftlichen Voraussetzungen für eine Kalenderreform erkannt, die einen Meilenstein in der Weltgeschichte darstellt. Noch heute betreiben päpstliche Astronomen die Erforschung des Sternenhimmels, inzwischen jedoch in Tucson/Arizona (USA), da sich hier die besten Möglichkeiten zur Sternbetrachtung bieten.

Glaube, Wissenschaft und Humor

Zwei Wissenschaftler des Vatikans stellen nun ihr innovatives Buchprojekt vor. Die Jesuiten Guy Consolmagno und Paul Mueller schrieben „Wo war Gott, als das Universum geschaffen wurde? Verblüffende Antworten aus der vatikanischen Sternwarte“. Diese Publikation geht der Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Wissenschaft nach. In fünf Kapiteln bemühen sich die beiden Ordensmänner und Naturwissenschaftler, Antworten auf wesentliche Fragen des Universums zu geben: Genesis oder Urknall? Was ist mit dem armen Pluto passiert? Was war der Stern von Bethlehem? Was passiert am Ende der Welt? Würden Sie einen Außerirdischen taufen?

„Die Physik hinter dem Leuchten der Sterne ist nicht nur logisch und vernünftig. Sie ist auch schön. Und das sagt mir einiges über denjenigen, der für diese Sterne verantwortlich ist“, so der Jesuit und Autor Guy Consolmagno.

Die Publikation ist mit viel Humor gewürzt. Naturwissenschaft und Glaube begegnen sich auf freundschaftlicher, respektvoller und amüsanter Basis.

Bildquelle: Marc Pojer / pixelio.de (293061)