Die (Bindungs-) Angst vor einer Partnerschaft

Trotz aller Möglichkeiten, die die moderne Welt für uns bereithält, sind wir auf der Suche nach der großen Liebe. Schauen wir jedoch ehrlich in uns hinein, entdecken wir vielleicht, dass in uns eine große Portion Bindungsangst steckt.

Viele Singles fragen sich, warum es mit einer Beziehung nicht klappt. Doch manchmal ist Bindungsangst daran schuld.

Ein Blick in deutsche Wohnungen offenbart einen traurigen Fakt: In 40 Prozent aller Haushalte lebt nur eine Person. Entweder weil sie Single ist, oder weil sie eine Beziehung auf Distanz mit getrennten Wohnungen bevorzugt. Ist vielleicht das Phänomen der Bindungsangst daran schuld?

Verantwortung lernen

Die Ursachen für diese Bindungsangst liegen in unserer Kindheit. Zumeist ist es die Bindung zur Mutter, die als Grundlage für weitere Beziehungen dient. Behütet sie beispielsweise ihr Kind zu sehr und räumt alle Hindernisse aus dem Weg, dann lernt das Kind keine Verantwortung und keine Frustrationstoleranz. In der späteren Partnerschaft wird sich getrennt, sobald es schwierig wird.

Manche Menschen mit Bindungsangst erzählen freimütig, dass sie eine eher lockere Beziehung führen. Zwar habe man einen Partner, aber die große Liebe ist es nicht. Diese Halbbeziehung ist ein offenes Konstrukt, das die Vorteile einer Beziehung und die Vorteile des Singledaseins miteinander verbindet. Langfristig ist diese Art von Beziehungen jedoch meist zum Scheitern verurteilt.

„Ich gerate immer den Falschen“

Wer kennt sie nicht? Die Singles, die darüber klagen, immer an die falschen Partner geraten. Meist trifft dies sogar zu – und wird sich auch nicht ändern. Für viele geht eine Faszination von Partnern aus, mit denen man nicht glücklich werden wird. Nicht selten liegt Bindungsangst diesem Verhalten zugrunde, durch die man unbewusst nach jemandem sucht, mit dem keine wirkliche Beziehung funktionieren kann.

Menschen mit Bindungsangst müssen sich ihrer Angst stellen! Die immer gleichen Beziehungsmuster müssen durchbrochen werden, indem man die eigenen Handlungsmuster erkennt und verändert. So wird aus den erträumten Mr. Oder Mrs. Perfect die reale Person neben uns auf dem Sofa, mit der wir langfristig unser Glück finden.

Bildquelle: jutta rotter / pixelio.de (281241)