Die ewige Frage nach platonischen Beziehungen

Kann eine Beziehung ohne Sex langfristig funktionieren? Die Frage ist nicht neu, im Gegenteil, sie beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten. Dabei gibt es Paare, die das vorleben – und glücklich dabei sind.

Platonische Beziehungen beschäftigen die Menschen seit Jahrhunderten. Aber wie funktionieren sie eigentlich?

Platonische Beziehungen beschäftigten die Menschen bereits vor mehr als zweitausend Jahren. Der Begriff geht auf den griechischen Philosophen Platon zurück, der eine zwischenmenschliche Beziehung, die allein auf geistig-seelischer Basis beruht und damit sinnlich-sexuelle Aspekte ausschließt, beschreibt.

Hält man diese Art der Liebe nun für eine große Ausnahme, so liegt man falsch. Viele Paare, die sich zu Beginn sexuell zueinander hingezogen fühlten, haben über die Jahre des Zusammenseins diese gegenseitige Anziehung verloren und für sich die platonische Liebe als Lösung entdeckt. Aber auch biologische Ursachen können ein Grund sein, diese Form der Liebe zur wählen. So führen Erektionsstörungen nicht zwangsläufig zum Scheitern einer Beziehung, sondern verändern diese.

Enge Verbundenheit mit dem Partner und das Entgegenbringen von Vertrauen sind die Grundpfeiler der platonischen Liebe. Sie ist häufig geprägt von vielen gemeinsamen Unternehmungen und tiefgründigen Gespräche im Zusammenleben als Paar.

Studien bewiesen, dass eine platonische Beziehung umso leichter zu führen ist, je besser man sich kennt. Das hängt damit zusammen, dass ein hohes Maß an Vertrautheit die erotische Anziehung untereinander ohnehin oft abschwächt, trotzdem aber eine tiefes Gefühl der Verbundenheit besteht.

Platonische Liebe eine Utopie?

Die Theorie, dass platonische Liebe reine Utopie ist, wird von einigen amerikanischen Wissenschaftlern vertreten. In einer Testreihe stellten sie fest, dass bei heterosexuellen Beziehungen die Männer sich trotz platonischer Beziehung zu ihren Frauen hingezogen fühlten. Ursache hierfür soll nach Angaben des Forscherteams die Evolutionsbiologie sein. So bestände auch beidseitig zumindest ein Minimum an Anziehung zwischen den Männern und Frauen, die an der Studie teilnahmen.

Was soll man also beachten, wenn man eine platonische Beziehung führt oder führen will? Wichtig ist, dass man ehrlich mit seinem Partner darüber sprechen sollte und dabei dessen und die eigenen Bedürfnisse darlegt. Hier muss auch die Möglichkeit in Betracht bezogen werden, dass es zu Sex außerhalb der Beziehung kommen kann, wenn eine Seite seine aufkommenden körperlichen Bedürfnisse stillen will. Ein Partner benötigt ausreichend Zeit, mit diesem Gedanken umgehen zu können.

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