Evangelikale Amtsträger üben in offenem Brief Kritik an Trump-Dekret

Acht namhafte christliche Würdenträger üben in einem offenen Brief Kritik an Trump`s Dekret zum „Schutz der Nation vor der Einreise von Terroristen“

Das Leben der Flüchtlinge ist für Gott von Bedeutung - deshalb auch für uns

Donald Trump hat eine politische Niederlage erlitten. Sein Einreiseverbot für Bürger mehrheitlich muslimisch geprägter Länder wurde von einem Bundesrichter gestoppt   – vorerst. Wenige Tage zuvor hatten bereits namhafte US-Evangelikale sich in einem offenen Brief gegen Trumps Dekret ausgesprochen.

US-Präsident Donald Trump hat das Dekret zum „Schutz der Nation vor der Einreise von Terroristen“ erlassen. Diese Anordnung verwehrt die Einreise von Bürgern aus sieben Ländern für drei Monate. Der Erlass hat sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den sozialen Medien zu breiten Protesten geführt. Nun haben sich auch namhafte Evangelikale mit einem offenen Brief an den US-Präsidenten und seinen Stellvertreter Mike Pence in die Diskussion eingeschaltet.

Ziel des Briefes ist die sofortige Wiederaufnahme des Regierungsprogramms zur Aufnahme von Flüchtlingen. Die acht Unterzeichner, unter ihnen der Präsident der „National Association of Evangelicals“, Leith Anderson, und der Präsident des Hilfswerks World Vision, Richard Stearns, bitten den Präsidenten, seine Entscheidung zu überdenken. Sie begründen das Engagement von Kirchen und Missionswerken mit der Not der Flüchtlinge und berufen sich dabei auf die Bibel. Sie lehre, dass jeder Mensch, eingeschlossen Vertriebene und Flüchtlinge aus allen Ländern und aller Abstammungen „als Ebenbilder Gottes geschaffen“ seien – mit angeborener Würde und Potentialen.

Moratorium behindert die Zusammenführung von Familien

„Das Leben der Flüchtlinge ist für Gott von Bedeutung – deshalb auch für uns“, schreiben die Unterzeichner. Sie weisen darauf hin, dass sich die USA um nur ein Prozent der weltweiten Flüchtlinge gekümmert habe. Die Aufnahme von Flüchtlingen stelle eine Chance dar, das Gebot der Nächstenliebe zu leben und Gastfreundlichkeit zu üben. Der Glaube zwinge sie, sich um das Wohl von Familien zu sorgen. Die meisten anerkannten Flüchtlinge, die derzeit in die USA einreisten, kämen für Familienzusammenführungen ins Land. Das Moratorium verzögere Fälle, die bereits begutachtet und entschieden worden seien.

Eine offizielle Reaktion des Weißen Hauses auf den offenen Brief steht aus. Der richterliche Beschluss zur Aussetzung des Einreiseverbotes wurde von Trump als „lächerlich“ kritisiert. Er kündigte Einspruch an.

 

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