Kirchentag 2017 – ein Fazit

Der Kirchentag 2017 ist vorüber. Was bleibt uns davon im Gedächtnis, jetzt, wenige Tage danach? Da gab es die großen, inszenierten Momente, die die Besucher erleben durften. Barack Obama und Angela Merkel am Brandenburger Tor

Der Kirchentag 2017 ist beendet. Was bleibt neben den großen Auftritten von Barack Obama und Angela Merkel

. Die fesselnde Predigt von Erzbischof Thabo Makgoba beim Schlussgottesdienst mit dem Blick von den Elbwiesen auf die Schlosskirche von Wittenberg, wo Luther 1517 seine Thesen angeschlagen haben soll. Und es gab die unzähligen kleinen Momente, die jeden Kirchentag einzigartig machen.

Es war heiß auf dem Kirchentag 2017. Berlin und Wittenberg präsentierten sich im sommerlichen Gewand und luden die Besucher zum Beten, Diskutieren und Feiern unter freien Himmel ein. Und die Christen folgten diesem Aufruf. Allein beim Abschlussgottesdienst in Wittenberg fanden sich 120.000 Gläubige ein. Die meisten von ihnen hatten zuvor schon Veranstaltungen in Berlin besucht und dabei längere Fahrten auf sich genommen, um die über die Stadt verteilten Veranstaltungsorte zu besuchen.

Natürlich waren auch viele Politikerinnen und Politiker des Kirchentages anzutreffen, denn immerhin fand dieser in diesem Jahr vor ihrer Haustür statt. Überhaupt präsentierte sich Berlin einmal mehr als erfahrener Gastgeber von Großveranstaltungen. Und so mischten sich die orangenen Schals der Kirchentagsbesucher mit denen der Fußballfans, die sich an diesem Wochenende auf das Finale des DFB-Pokals freuten. Alle trafen sich in friedlichem und freundschaftlichem Ambiente.

Missstände offen ansprechen

Es bleiben die Botschaften, die wie selten zuvor zu offenem Dialog und Kontroversen aufriefen. Rechtsradikalismus, Rassismus und die Missachtung der Menschenrechte – all das seien keine Tabuthemen, sondern sollen im persönlichen Gespräch mit Betroffenen und Ausführenden zur Rede kommen. „Seid radikal“, rief Erzbischof Thabo Makgoba, Primas der Anglikanischen Kirche des südlichen Afrika, beim Abschlussgottesdienst auf. Jeder solle danach streben, das Leben „zu einem Spiegel der Liebe Gottes zu machen“.

Und auch der Aufruf zu mehr Nächstenliebe, Verständnis und Mitgefühl wurde in den Tagen von Berlin und Wittenberg gelebt. „Du siehst mich“, das Motto des Kirchentages, wird in unseren Köpfen bleiben.

Bildquelle: DEKT/Erbe