Matthias Claudius – ein Mensch, der Christen aller Welt berührt

Der Schöpfer eines der bekanntesten Lieder der deutschen Literatur hatte am 21. Januar seinen 200. Todestag. Sein Schaffen berührte die Menschen nachhaltig, und um das Erbe zu würdigen, feierte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland die Eröffnung des Matthias-Claudius-Jahr mit einem Festgottesdienst am 25. Januar in Reinfeld. Der 1740 geborene Pastorensohn Matthias Claudius kann auf eine […]

Matthias Claudius (1740-1815) nach einem Gemälde von Friederike Leisching

Der Schöpfer eines der bekanntesten Lieder der deutschen Literatur hatte am 21. Januar seinen 200. Todestag. Sein Schaffen berührte die Menschen nachhaltig, und um das Erbe zu würdigen, feierte die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland die Eröffnung des Matthias-Claudius-Jahr mit einem Festgottesdienst am 25. Januar in Reinfeld.

Der 1740 geborene Pastorensohn Matthias Claudius kann auf eine lange, über hundertjährige Familientradition des Pastorentums zurückblicken. Dementsprechend studierte er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Josias in Jena Theologie. Sein erstes offizielles Wirken geht auf einen traurigen Anlass zurück – er schrieb 1760 im Alter von 20 Jahren für seinen an Pocken verstorbenen Bruder die Traueransprache, welche als erste seiner Schriften veröffentlicht wurde.

Eines seiner berühmtesten Werke: Der Mond ist aufgegangen

Als einzig zeitgenössisches Werk  fand sogar das bekannte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius Eingang in den zweiten Teil von Johann Gottfried Herders gesammeltem Werk „Volkslieder, Stimmen der Völker in Lieder“ – jedoch ohne die letzten beiden Strophen. Diese beiden Strophen wiederum zeigen sehr stark den Frömmigkeitscharakter des Gedichtes. Dort hält Claudius die Menschen dazu an, sich nicht zu weit von Gott zu entfernen, indem man irdischem Verlangen nachgibt, sich zu sehr ablenkt und Tagträumen folgt. Er „fordert“ die Besinnung auf das Wesentliche, auf Schlichtes und Einfaches, denn dort finde man wieder zu Gott. Das Lied erinnert die Menschen daran, nicht an materiellen Dingen und vergänglichen Sachen festzuhalten, denn sie sind eben genau das – vergänglich.

Schlaflied oder Todesgedicht

Nur in den letzten beiden Strophen, die oftmals weggelassen werden, ist der Bezug zum Tod offensichtlich. In Hinblick auf die Erlösung nach dem Tod und die Heimkehr zu Gott findet man im „Schlaf“ nach dem Leben den Frieden bei Gott.
Doch auch wenn das Gedicht sehr unterschiedlich aufgefasst wird, der religiöse Charakter ist nicht zu verkennen. Durch die sehr einfache Struktur und den eingängigen Rhythmus eignet es sich sowohl als Kinderlied als auch als Erinnerung für Erwachsene, sich auf den Glauben zu besinnen. Seine Werke berühren aufgrund ihrer eingängigen Schlichtheit Menschen jeden Alters.

 

Bildquelle: GeorgHH / commons.wikimedia.org