Muslime vereiteln Massaker an Christen in Kenia

Die Weihnachtszeit ist noch spürbar, aber natürlich verstummen die Meldungen von Terror, Krieg und Gewalt nicht. Es gibt dennoch wahrlich Bemerkenswertes zu berichten, wie zum Beispiel die Rettung von Christen durch ihre muslimischen Landsleute. So geschehen in Kenia.

Nächstenliebe und Opferbereitschaft sind nicht die Domäne einer Religion, sondern die des Menschen an sich

Ort des Dramas ist Mandera, eine Stadt im Nordosten Kenias. Die Szene wie aus einem Alptraum – bewaffnete Männer stoppen einen Bus mit Schüssen, um dann alle Insassen auf die Straße zu zwingen. Die Forderung: alle Nichtchristen sollen wieder in den Bus steigen. Den Muslimen war klar, wer nicht in den Bus steigt, also die Christen, wird erschossen. Trotz der unmittelbaren Bedrohung steigt niemand in den Bus. Die Antwort an die Terroristen: entweder alle oder keiner. Das Unglaubliche geschieht und die Bewaffneten ziehen ab.

2 Tote, 3 Verletzte – aber kein Blutbad

Auch wenn 2 Menschen bei dem Überfall getötet und 3 verletzt wurden, grenzt es schier an ein Wunder, dass die muslimischen Reisenden durch ihre mutige und selbstlose Tat die Christen schützen konnten und nur so wenig Schaden an Leib und Seele entstanden ist.
Nach Angaben der kenianischen Zeitung „Daily Nation“ sollen die Angreifer Kämpfer der somalischen Miliz al-Shabaab gewesen sein. Seit 2011 macht diese Teile von Kenia unsicher und hatte schon 2014 einen Bus angegriffen und alle nicht muslimischen Passagiere exekutiert.

Religion ja – Fanatismus nein

Die Geschehnisse zeigen zweierlei: zum einen, dass religiöse Differenzen keine Rolle spielen, wenn Leben auf dem Spiel stehen, und die Menschen trotz unterschiedlicher Glaubensrichtungen ihres für andere aufs Spiel zu setzen bereit sind. Zweitens, dass religiöse Gewalt keineswegs zu einer bestimmten Religion gehören muss und von allen ihren Gläubigen geteilt wird. Nächstenliebe und Opferbereitschaft sind nicht die Domäne einer Religion, sondern die des Menschen an sich. In Anbetracht der vielen religiösen, gewaltsamen Auseinandersetzungen dieser Welt sind die Menschen aus dem Bus von Madera ein Vorbild für die Menschheit.

Bildquelle: Manase Otsialo / nation.co.ke