Pakistanisches Gericht bestätigt Todesstrafe

Erst kürzlich sprach sich Papst Franziskus für die Einheit der Religionen ein, jetzt bestätigt ein pakistanisches Gericht die Todesstrafe für die Christin Asia Bibi. Ihr Glaube könnte die christliche Feldarbeiterin nun ihr Leben kosten. Dabei sollte sie nur Wasser für andere Feldarbeiterinnen besorgen.

Damit die Feldarbeiterinnern von Mohammed Idrees etwas zu trinken bekommen, beauftragte der Landbesitzer seine Arbeiterin Asia Bibi, Wasser zu den Arbeiterinnen zu bringen. Diese weigerten sich jedoch, von einer Christin Wasser anzunehmen – es sei schließlich unrein. Diese Szenen spielten sich 2010 ab. Asia Bibi wurde daraufhin von der Polizei in Gewahrsam genommen, angeblich zu ihrem eigenen Schutz. Jedoch kam Asia nicht mehr frei, sondern wurde der Gotteslästerung angeklagt. Nach dem Blasphemiegesetz – welches oftmals als Vorwand benutzt wird, um Nachbarschaftsfehden auszutragen – habe Asia den Propheten Mohammed verleugnet und somit Gotteslästerung begangen.

Ein Gesetz aus früherer Zeit

Besagtes Blasphemiegesetz ist ein Überbleibsel des früheren Diktators Zia ul-Haq. Es sieht vor, jedwede Lästerung gegen den Propheten Mohammed mit dem Tod zu ahnden. Nur wenige Menschen in Pakistan trauen sich, sich öffentlich gegen das Gesetz zu äußern. Der einzige christliche Abgeordnete, Shabbaz Bhatti, sprach sich für Asia Bibi aus. Der damalige Ministier für religiöse Minderheiten wurde am 2.März 2011 ermordet. Der Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, wurde von seinem eigenen Leibwächter erschossen, da dieser nich dulden konnte, wenn sich jemand gegen das Blasphemiegesetz ausspricht.
Papst Benedikt XVI. hatte das pakistanische Blasphemiegesetz in seiner Neujahrsrede 2011 bereits kritisiert und damit Proteste von Islamisten ausgelöst, die dies als Angriff sahen.

Der Glaube an Gott soll vereinen

„Ertragt einander in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (Epheser 4,2b-3)
Dieses Zitat aus dem Neuen Testament bezieht sich ursprünglich auf die Einigkeit unter Christen, kann aber durchaus auch religionsübergreifend interpretiert werden.
Denn im Kern ist jede Religion auf Frieden , gegenseitigen Respekt und Vertrauen ausgerichtet. Extremismus und religiöser Hass haben ihre wahren Ursachen selten im Glauben an sich.

Durch den Fall Asia Bibi wird noch einmal in aller Härte deutlich, wie wichtig eine friedliche Einigkeit der Weltreligionen ist. Glaube darf weder für private Feindschaften noch politische Interessen missbraucht werden. Gott möchte ein friedvolles Miteinander der Menschen und wahrer Glaube entfaltet sich nicht durch Gewalt.

Bildquelle: katholisches.info