Rosenmontag – ein überraschend christlicher Tag

Seit 1823, als in Köln zum ersten Mal Karneval mitsamt einem Rosenmontagzug stattfand, feiern die Menschen in vielen Städten Deutschlands Karneval bzw. Fasching.

Karneval steht vor der Tür. Den Höhepunkt bildet deutschlandweit der Rosenmontag – mit überraschend christlicher Tradition

Das Fest ist bunt, laut und herzlich. Aber zuweilen auch zügellos und enthemmt. Es überrascht, dass die Kirche zu früheren Zeiten Ihren Christen ausdrücklich zuriet, an dem wilden Gelage teilzunehmen.

Bald ist es wieder so weit: Wie jedes Jahr feiern Tausende Narren vor allem in den Karnevals-Metropolen Köln, Mainz und Düsseldorf den Rosenmontag.  Es ist der Höhepunkt der Karnevals- oder Faschings-Session. An diesem Tag ist nach dem Verständnis der Einheimischen beinahe alles erlaubt, was keinem andern schadet. Auf auf Tabus, die sonst verboten oder gesellschaftlich untersagt sind, wird nur wenig Rücksicht genommen.

Ist das Verständnis für das jecke Treiben in Gegenden ohne eine karnevalistische Tradition ohnehin schon sehr gering ausgeprägt, so gerät es an diesem Tag vollends aus dem Gleichgewicht. Man sieht im Fernsehen ein Meer bunt kostümierter Narren, die miteinander schunkeln, singen und trinken.  Was aber ist mit der Kirche und deren Sicht auf das scheinbar unchristliche Treiben auf den Straßen und in den Kneipen?

Rosenmontag und seine christliche Tradition

Überrascht stellt so mancher fest, dass dieser Montag vor Aschermittwoch (der christlichen Fastenzeit) in strengeren Zeiten für viele Christen von sehr großer Bedeutung war. Denn ausschließlich am Rosenmontag erlaubte die Kirche den Gläubigen, sich über Sünden lustig zu machen. Ja, sie sah sogar darüber hinweg, wenn es mit manchen Geboten nicht so genau genommen wurde. Vollkommen unchristlich sollte man an diesem einen Tag lästern und über die Stränge schlagen.

Und wie ist Sicht der Kirche auf die Karnevalstage heutzutage? Noch immer wird einiges lockerer gesehen, als im Rest des Jahres. So empfängt zum Beispiel der Erzbischof das Kölner Dreigestirn und setzt sich auch schon einmal eine Narrenkappe auf. Darüber hinaus finden in der Fastnachtszeit viele „kölsche Messen“ statt, zu denen die Gläubigen verkleidet erscheinen und die Gebete auf Kölsch gesprochen werden. Diese Messen sind stets gut besucht und bringen die Kirche vielen Menschen näher.

Bildquelle: angelina.s...k.... / pixelio.de (569633)