Mariam Yahya Ibrahim – Ihr Schicksal bewegte die Welt

Mariam Yahya Ibrahim durchlebte den Albtraum ihres Lebens. Aufgrund eines Scharia-Urteils sah sie dem Tod ins Auge und war dennoch bereit für ihren christlichen Glauben zu sterben. Kraft in diesen schweren Stunden gab ihr Gott, die Liebe zu ihrem Mann und ihren Kindern.

Mariam Yahya Ibrahim

Mariam Yahya Ibrahim durchlebte den Albtraum ihres Lebens. Aufgrund eines Scharia-Urteils sah sie dem Tod ins Auge und war dennoch bereit für ihren christlichen Glauben zu sterben. Kraft in diesen schweren Stunden gab ihr Gott, die Liebe zu ihrem Mann und ihren Kindern.

Mariam Yahya Ibrahim ist Sudanesin, die für ihren christlichen Glauben durch die Hölle ging. Einmal Todesurteil und zurück – so ließe sich ihr Schicksal in wenigen Worten beschreiben. Doch außen vor blieben die Achterbahn der Gefühle, die Stärke einer mutigen Frau, die Kraft der Liebe und der unerschütterliche Glaube an Gott.

Was war geschehen?

Mariam Yahya Ibrahim wurde im Sudan geboren. Sie ist die Tochter eines Moslems und einer Christin. Als ihr Vater die Familie verließ, erzog die Mutter ihr Kind im christlich-orthodoxen Glauben. Doch im Sudan sind Christen die Minderheit. Als Recht und Gesetz gilt die islamische Scharia.

Ein Verwandter schwärzte Mariam bei den Behörden an, nachdem sie sich in einen Christen verliebte und diesen heiratete. Laut der islamischen Rechtsauffassung ist es nicht möglich, dass eine Muslima und ein Christ heiraten. Doch Mariam fühlt sich nicht als Muslima. Sie ist Christin. Dennoch spricht die Scharia allen Kindern, bei denen ein Elternteil Moslem ist, automatisch den Islam als Religion zu. Ein Übertritt zum Christentum ist nicht möglich.

Todesurteil wegen der Liebe zu einem Mann und der Liebe zu Gott

Mariam, die in Karthum Medizin studierte und als Ärztin arbeitete, wurde daraufhin des Ehebruchs angeklagt und zum Tode durch den Strang verurteilt. Zuvor sollte sie noch 100 Peitschenhiebe erhalten. Das Gericht hätte allerdings auf die Vollstreckung verzichtet, wenn sie ihrem christlichen Glauben abgeschworen und wieder zum Islam konvertiert wäre. Doch die junge Frau, die tief in ihrem Glauben an Gott verwurzelt ist, lehnte dieses Angebot ab. Zum Zeitpunkt des Urteils war Ibrahim hochschwanger. Sie kam deswegen ins Gefängnis. Die Vollstreckung des Urteils wurde zunächst aufgeschoben – üblicherweise solange, bis das Baby abgestillt gewesen wäre. In Ketten brachte die Christin im Gefängnis ihre kleine Tochter Maya zur Welt, während draußen die internationalen Proteste nicht abrissen. Denn das grausame Schicksal schockierte die Weltöffentlichkeit. Wie kann es im 21. Jahrhundert sein, dass noch jemand wegen seines Glaubens zum Tode verurteilt wird? Die internationale Diplomatie bemühte sich um eine Lösung und versuchte Druck auf die sudanesische Regierung auszuüben.

Internationale Proteste & Diplomatie erreichen die Freilassung

Nach Wochen des Bangens, Hoffens und Betens hob ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen Mariam Yahya Ibrahim auf. Die junge Frau kam frei und konnte mit ihren Kindern und Ihrem Mann wenig später über Italien in die USA ausreisen. Dort wurde sie von der Familie ihres Mannes herzlichst begrüßt. Die Familie braucht jetzt Zeit, um die Geschehnisse zu verarbeiten. Kraft für den Neuanfang wird sie sicherlich in der neuen Gemeinde und durch Gespräche mit Gott finden.

Während des Zwischenaufenthaltes in Italien gewährte Papst Franziskus Mariam eine Privataudienz. Was dort besprochen wurde, kann nur vermutet werden. Der Vatikan hüllt sich diesbezüglich in Schweigen. Er weist nur darauf hin, dass der Papst die Audienz als Zeichen der Solidarität mit allen verfolgten und unterdrückten Christen verstanden wissen wolle. Vermutlich hat Franziskus Mariam gedankt: Für ihren unerschütterlichen Glauben, weil sie nie die Hoffnung auf Gottes Gnade verlor und sich dem wachsenden religiösen Fanatismus widersetzte – selbst im Angesicht des Todes. Mit den päpstlichen Segen wird Mariam in den USA ein neues Leben beginnen. Die gesamte Christenheit wünscht Ihr dafür Glück, Kraft wünschen.

Bildquelle: unkown