Heiligsprechung Johannes Paul II.

Am 27. April 2014 wird Papst Johannes Paul II. zusammen mit Papst Johannes XXIII. heiliggesprochen. Damit erhebt die katholische Kirche die zwei beliebtesten Päpste des 20. Jahrhunderts in den Heiligenstand. Rom bereitet sich wenige Tage nach Ostern auf einen Ansturm von Pilgern vor. Millionen werden zu den Feierlichkeiten im Vatikan erwartet. Sie wollen „Ihrem“ Papst die Ehre erweisen.

Gedenken an Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz.

Heiligsprechung Johannes Paul II. am 27. April: In Rom wird es eng

„Wenn du einsam bist, suche jemanden, der noch einsamer ist. Ihr werdet einander trösten, miteinander aufbrechen und die Welt verändern.“

Johannes Paul II.

(Rom/Vatikan.)
Wenige Tage nach Ostern erwartet Rom einen Ansturm von Pilgern. Sie alle möchten den Feierlichkeiten im Vatikan zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. beiwohnen. Bereits die Seligsprechung 2011 zog weit über 1,5 Millionen Gläubige aus der ganzen Welt an. Erwartet werden viele polnische Staatsangehörige, die „ihrem Papst“ die Ehre erweisen möchten.
Wie Papst Franziskus bereits vor Monaten verkündete, wird der frühere, polnische Pontifex am 27. April 2014 in Rom heiliggesprochen. Am selben Tag wird auch ein zweiter Papst in den Heiligenstand erhoben. Johannes XXIII. wird die gleiche Ehre zu teil. Beide Päpste genossen zu Lebzeiten im 20. Jahrhundert die Sympathien der Menschen.

Vatikan kommt dem Wunsch der Gläubigen mit einer schnellen Heiligsprechung nach

Papst Franziskus wählte das Datum, 27. April, mit Bedacht. Der Sonntag nach Ostern wird in der katholischen Kirche auch als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit begangen. Den Gedenktag focierte kein geringerer als Papst Johannes Paul II.
Bereits bei den Exequien für Papst Johannes Paul II. 2005 auf dem Petersplatz riefen die Menschenmassen „Sankto subito“. Dieser Aufforderung kam die katholische Kirche nach. Noch nie wurde ein Mensch so schnell heiliggesprochen. Um das zu ermöglichen, beschleunigte Papst Benedikt XVI. den Seligsprechungsprozess. Ursprünglich durfte dieser frühestens fünf Jahre nach dem Tod der Person eröffnet werden. Bei Johannes Paul II. begann er bereits im Juni 2005 – nur wenige Wochen nach seinem Tod.
Große Freude löst die Heiligsprechung in Polen aus – der Heimat des Karol Wojtyla. Die polnische Bischofskonferenz möchte Wojtyla zum Schutzpatron des Weltjugendtages 2016 in Krakau ausrufen. Kaum ein anderer Heiliger passt besser als Johannes Paul II., denn ihm lag viel an der Jugend. Aber auch für Frieden und Völkerverständigung hat sich er immer wieder ausgesprochen. Und selbst der historische Fall des Eisernen Vorhanges wäre ohne das Wirken des polnischen Papstes nicht möglich gewesen. Das bestätigen Wegbegleiter wie Lech Walesa oder Michail Gorbatschow.

Die Wunder von Papst Johannes Paul II.

Laut den Statuten der katholischen Kirchen darf ein Mensch erst heilig gesprochen werden, wenn der amtierende Papst das vorbildliche, christliche Leben (Venerabilis Dei servus) und die endgültige Aufnahme zu Gott würdigt. Dies hat Papst Franziskus getan. Voraussetzung dafür war die Anerkennung zweier Wunder, die Papst Johannes Paul II. zugeschrieben werden. Er soll zwei Nonnen von schweren Krankheiten geheilt haben.

  • So kam es bei der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre zu einer Spontanheilung ihrer Parkinson-Krankheit, nachdem ihre Mitschwestern den verstorbenen Papst Johannes Paul II. (Er litt an der gleichen Krankheit.) um Fürsprache auf Heilung anriefen.
  • Am Tage der Seligsprechung von Johannes Paul II. wurde Floribeth Mora Diaz aus Costa Rica von einem Aneurysma im Gehirn geheilt.

Auch wenn sich Kritiker zu Wort melden und die Verfehlungen des Karol Wojtyla aufführen, so dämpft das keineswegs die Vorfreude der Gläubigen auf die Heiligsprechung. Die ihm zugesprochenen Reliquien werden bereits heute weltweit verehrt.

Bildquelle: Fotograf: dalbera from Paris, France [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons